Qualifizierte Beratung

Es gibt unzählige Berater bei Versicherungen, Banken oder Finanzdienstleistungsunternehmen.
Aber wie finde ich den richtigen?

Es gibt mittlerweile eine gesetzlich geforderte Mindestqualifikation für Berater in Versicherungs- und Finanzfragen. Jedoch ist diese leider relativ gering. Durch die Tatsache, dass das Thema Altersvorsorge immer mehr mit steuerlichen Wechselwirkungen zu tun hat und es jedes Jahr unzählige neue Produkte gibt, die immer komplexer werden, sind viele Berater überfordert. Nur bei Beratern die eine hohe berufliche Qualifikation besitzen und sich stetig weiterbilden, können Sie sicher sein, keine (für Sie teuren) Fehlberatungen zu erhalten.

Die einzelnen Qualifikationen unterscheiden sich sehr stark in Ausbildungsinhalten und Tiefgang des behandelten Stoffes.

Hier finden Sie eine Übersicht der momentan gängigen Qualifikationen im Finanz- & Versicherungsbereich.
So können Sie eine erste fachliche Einschätzung eines Beraters vornehmen.
(Bewertung: * = niedrige Qualifikation bis ***** = sehr hohe Qualifikation)

Qualifikation Bewertung
unternehmenseigene Qualifikationen:
Begriffe wie Finanzkaufmann, SeniorConsultant, Teamleiter oder Vertriebsleiter sind leider nicht geschützt und haben keine Aussagekraft. Diese Titel kann jeder tragen.
nicht möglich
Versicherungsfachmann BWV (BWV e.V.):
gesetzlich geforderte Mindestqualifikation, konnte in der Vergangenheit durch Berufserfahrung ersetzt werden (alte Hasen Regelung),
Titel wird lebenslang vergeben,
keinerlei Weiterbildung vorgeschrieben
*
Versicherungskaufmann/-frau (IHK) *
Finanzwirt/-in (Tutor GmbH) **
Fachberater/in für Finanzdienstleistungen (IHK) ***
Versicherungsfachwirt/in (IHK) ***
Versicherungsbetriebswirt/in (DVA GmbH) ****
Fachwirt/in für Finanzberatung (IHK) ****
Masterconsultant in Finance MFC (Tutor GmbH) *****
Finanzökonom (ebs), Certified Financial Planner (European Business School) *****
Diplomkaufmann/frau FH Finanz- und Anlagemanagement (FH Rhein Erft) *****


Zusätzliche akademische Abschlüsse sind natürlich positiv zu bewerten (Dipl. Betriebswirt, Dipl. Jurist, etc.).
Wobei diese fachlich nicht immer etwas mit dem Thema Altersvorsorge zu tun haben müssen.

Weitere Faktoren:
Neben der beruflichen Qualifikation gibt es natürlich auch weitere Faktoren, die eine Rolle spielen. Leider ist es nicht immer einfach, einen Menschen auf den ersten Blick richtig einzuschätzen.
Bei folgenden Verhaltensweisen bzw. Vorgehensweisen sollten Sie skeptisch werden:

Qualifizierte Bedarfsanalyse
Ein Berater sollte sich genügend Zeit nehmen, Ihre Situation zu analysieren und er sollte mit Ihnen über die Vor- und Nachteile einzelner Produktformen sprechen. Auch steuerliche Effekte sind dabei zu erläutern. Wenn der Berater pauschale Aussagen trifft ohne detailliert auf Ihre Situation einzugehen, sollten Sie vorsichtig werden. Fragen Sie immer warum der Berater Ihnen genau diese Produktart in Ihrer Situation empfiehlt.

Ausübung von Druck auf den Kunden
Jeder gute Berater lässt seinem Kunden so viel Zeit für eine Entscheidung wie dieser möchte. Wenn Sie merken, dass der Berater schnell zum Abschluss kommen will (evtl. sogar im ersten Termin) sollten Sie sich nicht unter Druck setzen lassen. Jeder sollte das Recht haben ein Angebot auch zu prüfen und zu vergleichen. Nehmen Sie Abstand von Beratern die mit Druck verkaufen. Hier fehlt häufig auch eine ausreichende fachliche Qualifikation.

Alle Versicherungen von einem Anbieter
Sollte der Berater mit Unabhängigkeit werben, sollten Sie skeptisch werden, wenn Sie alle Versicherungen von einem Anbieter angeboten bekommen. Ein wirklich unabhängiger Berater wird Ihnen mindestens 2 Alternativangebote darlegen oder sogar einen Marktvergleich mit Ihnen durchführen.